
November 27, 2025 • By Olivier Safir
Ein globales biopharmazeutisches Dienstleistungsunternehmen beauftragte uns mit der Suche nach einem Head of Regulatory Affairs. Die Position war an der Ostküste angesiedelt und berichtete direkt an den Chief Medical Officer. Es handelte sich um eine unternehmenskritische Rolle, die nicht nur fundierte regulatorische Expertise in der präklinischen und klinischen Entwicklung erforderte, sondern auch Erfahrung im Management globaler Einreichungen sowie im Umgang mit FDA und EMA. Gesucht wurde eine Führungskraft auf Executive-Ebene, die in der Lage war, die Strategie auf höchster Ebene mitzugestalten und gleichzeitig operationale Verantwortung zu übernehmen.
Nach einer gezielten und intensiven Suche identifizierten wir eine herausragende Kandidatin an der Westküste, die alle Anforderungen erfüllte. Sie brachte über fünfzehn Jahre Erfahrung in der regulatorischen Führung mit, eine starke Erfolgsbilanz bei IND- und NDA-Einreichungen sowie den Ruf, leistungsstarke Teams aufzubauen. Sie war von der Möglichkeit überzeugt, identifizierte sich mit der Mission und war begeistert von der Pipeline und dem Führungsteam des Unternehmens.
Die einzige wesentliche Hürde war der Umzug. Die Kandidatin besaß ein Haus in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt an der Westküste und müsste diese Immobilie verkaufen und mit ihrer Familie quer durch das Land umziehen. Von Anfang an war sie transparent darüber, dass dies ein komplexes Unterfangen sei und dass das Umzugspaket ihre tatsächliche Situation angemessen widerspiegeln müsse.
Zunächst schien der Kunde aufgeschlossen. Er signalisierte Flexibilität und die Bereitschaft, ein umfassendes Paket anzubieten, einschließlich Unterstützung bei den Kosten des Hausverkaufs und vorübergehender Unterkunft. Im weiteren Verlauf des Angebotsprozesses begannen die Zusagen jedoch zu bröckeln. Das ursprüngliche Angebot ließ wesentliche Bestandteile des Umzugspakets vermissen – darunter die Erstattung von Abschlusskosten sowie Unterstützung beim zeitlichen Ablauf des Immobilienverkaufs. Auch fehlte es an Klarheit darüber, wie vorübergehende Unterbringung und Lebenshaltungskostenunterschiede gehandhabt werden würden.
Die Kandidatin gewann den Eindruck, dass das Unternehmen ihre Situation nicht ernst nahm – insbesondere nachdem sie bereits erheblich Zeit und Energie in mehrere Interviewrunden investiert hatte. Sie äußerte Bedenken und teilte uns mit, dass sie erwäge, in ihrer aktuellen Position zu bleiben, und begründete dies mit mangelnder Transparenz und unzureichender Unterstützung beim Umzug. An einem Punkt pausierte sie alle weiteren Gespräche, bis sie eine schriftliche Bestätigung erhielt, dass ihre Anliegen bezüglich des Umzugs ordnungsgemäß berücksichtigt werden würden.
Wir griffen umgehend als Vermittler ein. Zunächst wandten wir uns direkt an den Kunden und gaben offenes Feedback darüber, wie das unvollständige Angebot das Risiko barg, eine erstklassige Kandidatin zu verlieren. Wir machten deutlich, dass es nicht nur um Zahlen ging, sondern um Vertrauen und Respekt. Eine leitende Führungskraft, die bereit ist, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und quer durch das Land umzuziehen, muss das Gefühl haben, dass das Unternehmen von Tag eins an in ihren Erfolg investiert ist.
Wir arbeiteten mit den HR- und Finanzteams des Kunden zusammen, um zu klären, was im Rahmen ihrer Richtlinien möglich war, und ermutigten sie, die Situation kreativ anzugehen. Wir setzten uns für konkrete Ergänzungen des Pakets ein: professionelle Unterstützung beim Verkauf der aktuellen Immobilie der Kandidatin, Erstattung der Abschlusskosten, ein dreimonatiges Wohnkostenzuschuss für vorübergehende Unterbringung sowie ein einmaliger Umzugsbonus zur Deckung der Umzugskosten. Wir ermutigten das Führungsteam außerdem, direkt mit der Kandidatin in Kontakt zu treten, um ihr Sicherheit zu geben und gemeinsam die Bereitschaft zu signalisieren, den Übergang für sie und ihre Familie so reibungslos wie möglich zu gestalten.
Gleichzeitig hielten wir die Kandidatin informiert und unterstützten sie aktiv. Wir erläuterten ihr jeden Schritt des überarbeiteten Angebots und gaben ihr den Raum, ihre Entscheidung in Ruhe abzuwägen. Da wir bereits früh im Prozess eine starke Vertrauensbasis aufgebaut hatten, blieb sie offen für die weitere Kommunikation.
Mit einem überarbeiteten und durchdachteren Umzugspaket nahm die Kandidatin das Angebot an und wechselte erfolgreich in die neue Rolle. Heute leitet sie ein wachsendes Regulatory-Affairs-Team, hat effektivere Prozesse für die Zusammenarbeit mit der FDA etabliert und spielt eine zentrale Rolle in der klinischen Strategie des Unternehmens.
Dieser Fall verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Details frühzeitig im Prozess richtig zu gestalten. Ein Umzug – insbesondere von einer Küste zur anderen und über unterschiedliche Immobilienmärkte hinweg – ist mehr als eine logistische Angelegenheit. Er ist zutiefst persönlich und kann schnell zum Scheitern einer Einigung führen, wenn er nicht sensibel gehandhabt wird. Unternehmen, die diese Gespräche nicht frühzeitig antizipieren oder auf generische Standardpakete setzen, riskieren, Spitzenkandidaten genau dann zu verlieren, wenn die Dynamik ihren Höhepunkt erreicht.
Unsere Aufgabe besteht nicht nur darin, Talente zu finden, sondern Reibungspunkte zu erkennen, bevor sie kritisch werden, und sicherzustellen, dass beide Seiten von Anfang an über übereinstimmende Erwartungen verfügen. Der Teufel steckt stets im Detail – und wie ein Unternehmen mit solchen Momenten umgeht, kann über Erfolg oder Scheitern einer wichtigen Personalentscheidung entscheiden.