
September 13, 2025 • By Olivier Safir
Ein weltweit tätiges Unternehmen der Lebensmittelzutatenbranche beauftragte uns mit der Suche nach einem Director of Innovation für seine nordamerikanischen Aktivitäten. Das Unternehmen baute seine Präsenz in der Region aus und suchte eine Persönlichkeit, die als technische und kommerzielle Schnittstelle zwischen F&E-Teams und strategischen Kunden fungieren konnte. Im Mittelpunkt standen zunächst Kandidaten mit fundierten Kenntnissen in Lebensmittelwissenschaft oder Chemie, praktischer Formulierungserfahrung sowie der Fähigkeit, gemeinsam mit Kunden an Innovationsprojekten zu arbeiten. Die Position war als zentrale Rolle für die Entwicklung von Anwendungen und kundenorientierter Innovation auf regionaler Ebene konzipiert.
Wir starteten die Suche und erzielten rasch Fortschritte: Eine starke Shortlist qualifizierter Kandidaten wurde zusammengestellt, mehrere Gespräche waren im Gange, und zwei Finalisten wurden auf ihre abschließenden Präsentationen vorbereitet. Mitten in diesem Prozess kam es jedoch zu einem Führungswechsel im globalen Executive-Team des Kunden. Im Zuge dieser Transition wurde das Rollenprofil grundlegend neu definiert. Die neue Führungsebene betrachtete die Position nicht mehr nur als regionale Technologiefunktion, sondern als strategisch ausgerichtete, global verantwortliche Innovationsführungsrolle. Die aktualisierten Anforderungen umfassten den Aufbau globaler Innovationsplattformen, die Leitung funktionsübergreifender Initiativen sowie eine direkte Berichtslinie zum globalen CTO.
Dieser abrupte Wandel barg erhebliche Risiken. Die Kandidaten waren mit einem klar definierten Aufgabenbereich vertraut gemacht worden und wurden anhand von Kriterien bewertet, die nun nicht mehr galten. Das für die neue Rollenversion erforderliche Talentprofil unterschied sich deutlich von dem, das wir ursprünglich angestrebt hatten. Hinzu kam die Gefahr, den Markt zu verunsichern, das Vertrauen der Kandidaten zu verlieren und den bisherigen Schwung zu gefährden.
Als ersten Schritt arbeiteten wir eng mit der neuen Führungsebene des Kunden zusammen, um gemeinsam die überarbeitete Rolle zu schärfen. Wir moderierten interne Abstimmungsgespräche zu Erwartungen, Berichtslinien, geografischer Flexibilität und den Erfolgskriterien im neuen Kontext. Auf dieser soliden Grundlage aktualisierten wir das Positionsbriefing sowie die internen Kommunikationsmaterialien, um den neuen strategischen Rahmen klar widerzuspiegeln.
Wir traten erneut mit allen aktiven Kandidaten in Kontakt und erläuterten die Veränderung mit vollständiger Transparenz. Einige schieden aus oder zogen sich zurück, doch einige zeigten weiterhin Interesse an dem erweiterten globalen Verantwortungsbereich. Wir passten unsere Suchstrategie an und priorisierten Kandidaten mit Erfahrung in der Innovationsführung innerhalb globaler Matrixorganisationen – idealerweise mit einer Kombination aus technischer Expertise und strategischem Einfluss auf höchster Ebene. Parallel dazu empfahlen wir dem Kunden, mehr Flexibilität hinsichtlich Standort und Struktur zuzulassen, was den Talentpool erweiterte und die Stelle für erfahrene Führungskräfte attraktiver machte.
Trotz der unerwarteten Kursänderung sorgten wir dafür, dass unsere Marktkommunikation konsistent und professionell blieb. Wir hielten den Kontakt zu den Kandidaten aufrecht und stärkten das Bild des Kunden als innovationsorientiertes Unternehmen mit langfristiger Wachstumsperspektive.
Bereits vier Wochen nach dem Neustart der Suche präsentierten wir eine überarbeitete Shortlist mit Kandidaten, die den neuen Anforderungen vollständig entsprachen. Der Kunde entschied sich schließlich für eine erfahrene Führungspersönlichkeit aus dem Innovationsbereich mit einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz in der globalen Programmleitung, der Zusammenarbeit mit Kunden und der funktionsübergreifenden Einflussnahme. Der ausgewählte Kandidat hatte zuvor globale Plattformen in mehreren Regionen aufgebaut und verfügte über langjährige Erfahrung in der engen Zusammenarbeit mit dem Senior Leadership zu langfristigen Strategiefragen.
Obwohl Veränderungen mitten in einem laufenden Suchprozess den Fortschritt gefährden können, gelang es uns durch schnelle Anpassungsfähigkeit, klare Neupositionierung der Opportunity und den Erhalt des Kandidatenvertrauens, ein erfolgreiches Ergebnis zu erzielen. Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie unser partnerschaftlicher Ansatz Kunden hilft, agil und fokussiert zu bleiben – auch wenn sich geschäftliche Anforderungen im Laufe des Prozesses weiterentwickeln. Er unterstreicht zudem, wie wichtig konsistente Kommunikation und proaktives Handeln sind, um die Glaubwürdigkeit gegenüber erstklassigen Talenten zu wahren.